Digitale Nordoberpfalz X TI.KI

Plattform für branchenunabhängige KI-Lösungen

Ein Beitrag von Martina Beierl

Interview mit Ti.KI-Geschäftsführer Ralf Plüschke

Ralf Plüschke ist kaufmännischer Geschäftsführer bei TI.KI, dem Technologischen Institut für angewandte Künstliche Intelligenz. Foto: TI.KI

Herr Plüschke, was kann TI.KI , was andere KI-Entwickler nicht beherrschen?

Auf den Punkt gebracht, arbeitet TI.KI an einer übergreifenden branchenunabhängigen Lösung für Produktivsysteme der Künstliche Intelligenz. Das klingt sicher sehr abstrakt, aber wenn man sich anschaut, was die etwa 200 KI-Start-ups in Deutschland an KI-Lösungen anbieten, wird es deutlicher. Das übliche Lösungsangebot eines KI-Startup ist eine Lösung, z. B. Bilderkennung für Qualitätssicherung in einer Produktionslinie und das für eine spezifische Branche. Diese Lösung ist auf ein Problem spezialisiert und kann nur sehr schwer oder auch gar nicht auf andere Herausforderungen skaliert werden. Diese KI-Start-ups agieren also in der vertikalen Problem- und Lösungsfindung. TI.KI hat eine Plattform entwickelt, auf der KI-Lösungen branchenunabhängig, schnell und kostengünstig entwickelt werden können. Die Lösungen und Ergebnisse können somit auch branchen- und problemübergreifend verwendet werden. TI.KI arbeitet somit in der horizontalen Ebene und bieten vielen branchenunabhängigen KI-Lösungen eine Heimat bzw. eine Plattform.

Wie muss man sich die Arbeitswelt von morgen vorstellen?

Die Arbeitswelten verändern sich rasant. Wir können das alle selbst beobachten und sind

Zeitzeugen einer zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelten. Homeoffice, Ferndiagnose, Remotezugriffe auf Produktionssysteme, Maschinen und Anlagen und mobile intelligente Einheiten – siehe den Roboter SPOT von Boston Dynamics und von anderen Herstellern – sind schon heute in vielen Firmen Bestandteile der normalen Arbeitsumgebung. Derzeit sind es weniger neue Geschäftsmodelle, die diese Entwicklung treiben. Es ist mehr das Bestreben der Firmen, bestehende Arbeitsabläufe effizienter zu organisieren und auch. monotone, ermüdende oder gefährliche Arbeit auf intelligente Systeme zu übertragen oder den Menschen von diesen unterstützt zu lassen. Es ist schwierig, die genaue Entwicklung vorauszusagen, aber man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sich die Arbeitswelten weiter digitalisieren werden, dass es viel mehr intelligente Assistenzsysteme zur Unterstützung der Menschen geben wird und nicht zuletzt, dass das Zusammenarbeiten von Arbeitsteams sich zunehmend in virtuelle Räume verlagern wird. Das bedeutet zukünftig wahrscheinlich weniger „analoge“ Interaktionen mit Kollegen und Kolleginnen, mit allen psychischen Herausforderungen für uns Menschen, aber auch mit vielen Vorteilen wie flexible Arbeitszeiten und freie Wahl des „Arbeitsortes“.

Was bedeutet das für die Firmen und für die Arbeitnehmer?

Die Antwort ist einfach. Es bedeutet Flexibilität, Offenheit und Bereitschaft für Veränderung. Die Welt wird sich verändern, ob mit uns oder ohne uns, das liegt an uns selbst.

An welcher Stelle steht Deutschland beim KI-Einsatz im weltweiten Vergleich?

Deutschland steht sehr weit hinter den Global Playern wie China, USA, Russland und Israel. Ganz Europa steht bedauerlicherweise bei der Nutzung von KI aktuell nicht sehr gut da. Dafür gibt es sicher eine Reihe von Gründen, von einem veralteten und teilweise inkonsequenten Datenschutzverständnis, über mangelndes Wissen, was KI überhaupt kann bzw. was es nicht kann, Angst vor und Desinteresse an technologischem Fortschritt. Woran es nicht liegt, ist aber auch interessant: Es gibt scharenweise junge Menschen, die sich enthusiastisch in neuen Technologien, und dazu gehört KI eben auch, ausprobieren wollen. Doch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für KI in Deutschland sind einfach katastrophal und so gehen diese jungen Enthusiasten eben in die Länder, wo bessere Rahmenbedingungen vorhanden sind.

Inzwischen findet man innovative IT-Schmieden nicht mehr nur in Ballungsräumen, sondern oftmals in der Peripherie. Woran liegt das Ihrer Meinung nach und was sind die Vorteile?

Es geht auch immer um Lebensqualität. So wie oben schon ausgeführt, ist der Arbeitsplatz heute nicht mehr unbedingt an einer bestimmten Lokalität gebunden. Das gilt umso mehr in der KI-Softwareentwicklung und in der angewandten KI-Forschung. Warum beispielsweise in München eine teure Wohnung bezahlen, wenn ich die meiste Zeit sowieso am Computer sitze. Also ist doch preiswerteres Wohnen im ländlichen Raum mit garantiert frischerer Luft und mehr Ruhe eine Überlegung wert. Das ist zumindest das, was uns unsere Mitarbeiter immer wieder sagen, und es klingt schlüssig.

Finden Sie ausreichend qualifizierte Mitarbeiter?

Wir erhalten erstaunlich viele und sehr gute Bewerbungen. Man kann fast sagen, die qualifizierten Mitarbeiter finden TI.KI , denn wir machen aktuell fast keine Werbung für uns.

Welche unternehmerische Vision hat TI.KI ?

Kurz und bündig gesagt, ist die Vision von TI.KI die standardisierte Integration von KI in den unternehmerischen Alltag. Wir wollen jedem Unternehmen ermöglichen, schnell, günstig und nachhaltig KI-Lösungen für seine Geschäftsprozesse entwickeln zu können. KI soll so einfach werden wie eine Webseite zu generieren.

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