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Guide-Line auf dem Weg zur digitalen Fabrik

Ein Beitrag von Martina Beierl

Interview mit Jan Stoces, Director Cloud & Integration Solutions bei Aimtec

Herr Stočes, was sind die Herausforderungen auf dem Weg zur digitalen Fabrik?
Die häufigsten Herausforderungen sind fehlendes Fachpersonal, fehlende Strategie und Experten / Ideenbringer, welche die digitale Transformation weiter vorantreiben.

Wie plant man den Aufbruch in die digitale Transformation?
Am besten mit kleinen umsetzbaren Projekten mit einer kurzen ROI. Die digitale Transformation kann durch einen erfahreneren Experten, welcher das Know-how mitbringt und die Strategie definiert, beschleunigt werden. Solche Experten fehlen aber auf dem Markt. Bei der digitalen Transformation geht es hauptsächlich um Menschen. Deshalb ist es wichtig, dass die eigenen Mitarbeiter die Ziele verstehen und auch den Sinn und Zweck der Transformation. Unternehmen, die in der Zukunft erfolgreich sein werden, sind solche mit einem starken internen Team und mit viel Know-how.

Welche sind die Schlüsselschritte, wie sieht die Guide-Line aus?
Man sollte sich im Klaren sein, was man erreichen will und welche Themen man schon erfolgreich umgesetzt hat. Zuerst benötigen Sie ein ERP-System, um Daten digital zu speichern. Viel können Sie schon mit einer Visualisierung der gespeicherten Daten erreichen. Mit relevanten Daten kann man MES/MOM Lösungen implementieren, um die Fertigungsprozesse zu automatisieren. Im Bereich Lager/Logistik sind halb- und vollautomatisierte Transportsysteme sehr hilfreich. Ein wichtiger Punkt ist die Integration der Systeme. Es gibt keine einzelne Lösung, die alles umfasst, es geht immer um die Integration von Software, Hardware und dem Menschen.

Wie wichtig ist der Faktor „Zeit“?
Das hängt von den jeweiligen Anforderungen und der Situation ab. Es ist aber wichtig, nicht zu zögern. Um erfolgreich zu sein, muss man jetzt aktiv sein und intern die Transformation vorantreiben. Nur durch Handeln kommt das Thema der digitalen Transformation im Unternehmen in Schwung.

Wie können die Risiken während des Transformationsprozesses eingegrenzt bzw. beherrscht werden?
Indem man ein Ziel hat und eine Strategie, wie man dieses erreichen möchte. Langfristige Ziele sollte man in kleinere Projekte aufteilen, damit Sie die Teilergebnisse zeitnah auswerten können. Es ist wichtig, einen Experten im internen Team zu haben, oder einen erfahreneren Partner, um Risiken zu minimieren und unnötige Ausgaben zu vermeiden. Fehler, die schon andere gemacht haben, gilt es zu vermeiden.

Welche Rolle spielt das ERP, weitere Softwarelösungen?
Ein ERP spielt eine wichtige Rolle. In solch einem System werden die Daten strukturiert abgespeichert und somit kann man diese weiterverarbeiten und mit der Visualisierung der Daten und der Automatisierung der Prozesse starten. Ganz wichtig ist dabei, dass die Stammdaten „sauber“ sind. Stimmen die Daten nicht, erhalten Sie nie das gewünschte Ergebnis. Die digitale Transformation ist aber auch viel mit Integration verbunden und dem Bi-Modal Konzept. Ein ERP selbst reicht häufig nicht aus, und mehrere einzelne Insellösungen sind nicht so effizient, wie ein integriertes Ökosystem.

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